In der Landwirtschaft wird Pflanzenkohle kaskadenartig in der Tierhaltung und bei der Kompostierung genutzt, bis sie schliesslich in die Kulturen ausgebracht wird. Um Anreicherung von Schadstoffen und zu vermeiden, gibt es für Anwendungen in der Landwirtschaft gesetzliche Qualitätsvorgaben.
Pflanzenkohle ist kein Allerweltsmittel in der Landwirtschaft, sondern ein komplexer Hilfsstoff, der in Kombination mit anderen Hilfsstoffen und einer guten Agrarpraxis den grössten Nutzen stiftet. Viele positive Wirkungen sind aus der Praxis dokumentiert, insbesondere in der Fütterung, der Einstreu und der Kompostierung. Wirkung im Boden, wie sie von Terra-Preta-Böden in den Tropen bekannt sind, sind in typischen Schweizer Ackerböden weniger stark ausgeprägt.
Klicken Sie auf die folgenden Anwendungsfelder und Sie erhalten konkrete Anwendungshinweise und Erläuterungen zum aktuellen Wissensstand zu den Wirkungen, basierend auf Forschungsresultaten und Praxiserfahrungen.
Schweizer Landwirtschaftsbetriebe, die auf Pflanzenkohle setzen, sind grossmehrheitlich zufrieden bis sehr zufrieden mit der Wirkung von Pflanzenkohle. Nicht alle Effekte können jedoch in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen werden. Zählen die Erfahrungen aus der Praxis deshalb nicht? Lässt sich ein Resultat aus einer einzelnen wissenschaftlichen Studie verallgemeinern?
Beide, Beobachtungen von Landwirt:innen und Forschungsergebnisse, müssen immer im Kontext betrachtet und eingeordnet werden – dies versuchen wir auf charhow zu leisten.
Viele Fragen sind noch offen, viel wird aktuell zu Pflanzenkohle geforscht. Wir haben deshalb keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können zu vielen Fragen keine abschliessenden Antworten liefern. Ziel ist aber, die Plattform laufend mit neuen Erkenntnissen zu ergänzen. Helfen Sie mit und teilen Sie Ihr Wissen mit uns.
Ob Anwendererfahrung, Ergebnisse aus Praxisversuchen oder Resultate aus wissenschaftlichen Studien:
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Der Einsatz von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft ist in der Düngerverordnung und in der Futtermittelverordnung gesetzlich geregelt. Als Anwender:in müssen Sie dabei folgendes einhalten:
Verwenden Sie nur Futterkohle von einem registrierten Futtermittelproduzenten. Idealerweise trägt die Futterkohle das Qualitätszertifikat EBC Futter Plus.
Setzen Sie für alle anderen landwirtschaftlichen Anwendungen (ausser Futter) nur auf Pflanzenkohle mit einer Zulassung des Bundesamts für Landwirtschaft. Pflanzenkohle mit dem Qualitätslabel EBC Agro Bio erfüllt die Vorgaben für eine Zulassung.
Falls Sie Pflanzenkohle für den Eigenverbrauch produzieren: Machen Sie regelmässig Qualitätskontrollen.
Halten Sie sich an die maximale Ausbringmenge von 1 Tonne pro Hektar und Jahr.
Risiken im Griff
Pflanzenkohle ist über Jahrzehnte bis Jahrhunderte stabil. Vorbehalte, dass sich mit der Pflanzenkohle Schadstoffe im Boden akkumulieren, sind verständlich. Bei Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften besteht jedoch keine Gefahr.
Lesen Sie, wie Landwirte Pflanzenkohle anwenden, welchen Nutzen sie beobachten und wie sie die Wirtschaftlichkeit beurteilen.