Hof Schönbächlers

Toni Schönbächler aus Rickenbach/LU setzt seit 2019 bei Schweinen und Mutterkühen Pflanzenkohle ein. Das Praxisbeispiel zeigt, wie er mit der Pflanzenkohle arbeitet, welche Wirkungen er beobachtet und was er aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

Ferkelabsetzung ohne Antibiotika

Mutterkühe, Weideschweine, Truten, Ferkel: Auf dem Hof von Toni Schönbächler steht die Tierhaltung im Zentrum. Seit 2019 setzt er dabei auf Pflanzenkohle. In der Ferkelaufzucht hat er dabei sehr gute Erfahrungen gemacht. In der Absetzphase füttert er den Jungtieren während 3–4 Tagen intensiv Pflanzenkohle in Kombination mit effektiven Mikroorganismen (EM) – täglich rund 6–8 Liter für 50 Ferkel. „Seitdem wir den Ferkeln Pflanzenkohle zufüttern, können wir in der Absetzphase gänzlich auf Antibiotika verzichten“, so Schönbächler.

Fütterung von Pflanzenkohle nach Bedarf bei Mutterkühen

Auch die Mutterkühe erhalten Pflanzenkohle als Futterzusatz, aber nur bei Bedarf, wenn sie „nicht schön im Fell sind“, wie Schönbächler sagt. Dies sei etwa zwei- bis dreimal pro Jahr der Fall. Dann erhalten die 18 Mutterkühe für eine Weile 10 Liter Pflanzenkohle pro Tag. Danach legt Toni Schönbächler mit Mineralstoffen nach, um einer allfälligen Mangelernährung vorzubeugen. Denn er befürchtet, dass Pflanzenkohle nicht nur Keime und Toxine abbindet, sondern auch essentielle Nähr- und Spurenstoffe. Nach der Pflanzenkohlegabe beobachtet er jeweils eine klare Besserung des Gesundheitszustands.

„Seitdem wir den Ferkeln Pflanzenkohle zufüttern, können wir in der Absetzphase gänzlich auf Antibiotika verzichten.“ Toni Schönbächler, Landwirt

Auch in der Einstreu

Im Laufstall der Mutterkühe kommt die Pflanzenkohle auch als Einstreu zum Einsatz. Je einen Kessel am Morgen und am Abend streut er in den Laufgängen aus. Nur ein Kessel pro Tag ist es im Sommer, wenn die Tiere auf der Weide sind. Die Qualität der Gülle sei gestiegen, wie Schönbächler erzählt: „Die Gülle stinkt viel weniger und klebt auch weniger am Gras.“ Einen Einfluss auf die Bodenqualität hat er jedoch noch nicht beobachtet.

Pflanzenkohle in der Silage wieder aufgegeben

In früheren Jahren hat Toni Schönbächler auch den Einsatz von Pflanzenkohle in der Silage ausprobiert. Eine Verbesserung bei der Silagequalität hat er jedoch nicht festgestellt – diese war schon vorher gut. Nicht nur aus diesem Grund verzichtet er heute auf diese Anwendungsform. „In der Silage ist Pflanzenkohle fester Bestandteil des Futters und ich kann es bei Bedarf nicht absetzen“, erklärt Schönbächler. Er hatte einmal mit Euterinfektionen bei den Mutterkühen zu kämpfen und musste für die Behandlung die Antibiotika hoch dosieren. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Antibiotika durch die Pflanzenkohle im Futter adsorbiert wurden und deren Wirkung deshalb eingeschränkt war.“

Hohe Pflanzenkohlequalität

Toni Schönbächler verwendet Pflanzenkohle mit dem Qualitätssiegel EBC Futter Plus von Grossenbacher Reto. In einem Jahr verbraucht er 3–4 Big Bags, was auf seinem 12-Hektar-Betrieb einer Ausbringmenge von rund 70 kg pro Hektar entspricht.

 

Steckbrief zum Hof

Adresse: Feldmoos 1, 6221 Rickenbach
Fläche: 12 ha
Betriebszweige: 18 Mutterkühe, 45 Weideschweine, 90 Trutenmastplätze mit Weidehaltung, 20 Abferkelplätze in AFP (arbeitsteilende Ferkel-Produktion )
Produktionsart: IP Suisse, regenerative Landwirtschaft